Unterhaltung und Gamification als Teil des Einkaufserlebnisses von Shopware 6
Gerade im E-Commerce wird es immer wichtiger, aufzufallen und Aufmerksamkeit zu erregen, um das Interesse der potenziellen Kunden zu wecken. Dafür ist es ausschlaggebend, beim Nutzer eine positive emotionale Reaktion, wie Freude, Spaß oder Begeisterung, hervorzurufen, die er bei der Verwendung der Seite empfindet. Dieses Verhalten wird auch "Joy of Use", auf deutsch "Freude an der Nutzung", genannt und trägt dazu bei, dass eine positive User Experience erzeugt und beibehalten wird. Um diese zu erreichen, sollten gerade beim Thema Shopping die beiden Bereiche Unterhaltung und Gamification nicht unterschätzt werden. Besonders junge Menschen lassen sich durch unterhaltende oder spielerische Elemente zum Kauf animieren.
Welche unterhaltenden Elemente gibt es für den E-Commerce?
Wichtige Faktoren für den Erfolg unterhaltender Elemente sind Einfachheit, Personalisierung und Aktualität. Auch die Usability, also die Benutzerfreundlichkeit eines Elements, nimmt einen hohen Stellenwert ein.
Ein Beispiel wäre ein interaktives Such-Widget auf der Startseite, über das die Nutzer unkompliziert und so schnell wie möglich die Lieblingsmarke oder das Lieblingsprodukt finden können, indem sie dazu entsprechende Tags oder Filter setzen. Oder auch das interaktive Zusammenstellen von Produkt-Sets auf der Produktdetailseite mit nur wenigen Klicks.
Außerdem sollten die Inhalte auf die persönlichen Präferenzen des Kunden in einem eigenen, personalisierten Shoppingbereich (einem sogenannten "Shopping Stream") abgestimmt sein, beispielsweise indem man ihm eine Auswahl seiner Lieblingsprodukte und -Marken anzeigt oder ihm passende Blogbeiträge oder Shopping News zur Verfügung stellt. Die Mischung aus Relevanz, Inspiration und Service sorgt dabei für Unterhaltung und zu einem regelmäßigen Besuch der Seite.
Durch das Anbieten von Videoinhalten kann Unterhaltung und Werbung, beispielsweise für das Unternehmen oder ein Produkt, miteinander verbunden werden, ohne dass es aufdringlich wirkt. Außerdem lassen sich Produkte in Videos ganz anders präsentieren als auf Bildern. Die Inhalte der Videos können dabei vielfältig sein: von Produktvorstellungen und Produktvergleichen zu Tipps & Tricks oder "Do it yourself"-Anleitungen.
Kunden schätzen Marken, die sich bemühen, mehr Unterhaltung zu bieten. Hierfür können auch 3D-, Hover- oder Scroll-Animationen genutzt werden, um Inhalte auf eine verspielte und innovative Art und Weise zu erklären und zu präsentieren. Dies bietet vor allem bei Produktvorstellungen einen Vorteil.
Was bedeutet Gamification?
Gamification wendet Spielmechaniken und -prinzipien auf spielfremde Bereiche, beispielsweise einen Onlineshop, an. Mit Spielmechaniken können Händler ein ansprechenderes Einkaufserlebnis bieten, dass die Konkurrenz nicht hat. Dazu wird der angeborene und natürliche Spieltrieb des Menschen genutzt. Ziel ist es, die Motivation unter den Teilnehmern zu steigern, sich mit dem Shop und den Produkten aktiv zu beschäftigen und schlussendlich erneut im Shop einzukaufen. Oder sie dazu anzuregen, ein bestimmtes Verhaltensmuster zu zeigen, beispielsweise sich für den Newsletter einzutragen, mit den Inhalten zu interagieren oder den Shop und die Produkte weiterzuempfehlen.
Gängige Beispiele für spieltypische Elemente im E-Commerce sind:
- Ranglisten und Highscores
- Fortschrittsbalken oder -anzeigen, die bestenfalls auch mit Zielen verbunden sind
- virtuelle Währungen wie Erfahrungs-, Bonus- oder Treuepunkte
- Auszeichnungen (sogenannte “Badges”)
- Quizze und Suchspiele
- Glücksräder und Adventskalender.
Welche Vorteile bringt Gamification mit sich?
Gamification schafft es, die Aufmerksamkeit der potenziellen Kunden aufrechtzuerhalten und erhöht dadurch auch die Verweildauer auf der Seite. Je länger die Kunden verweilen, desto wahrscheinlich wird es, dass sie auch einen Einkauf tätigen.
Dank der spielerischen Art bekommen die Nutzer nicht das Gefühl vermittelt, zu etwas gedrängt zu werden, da es in ihrer Hand liegt, ob sie teilnehmen oder nicht. Diese ungezwungene Weise schafft Vertrauen beim Kunden. Der Spaßfaktor erhöht zudem die Attraktivität der Seite.
Darüber hinaus vergrößert Gamification den eigenen Kundenstamm, da potenzielle Kunden für Belohnungen eher bereit sind, ihre persönlichen Daten wie Vor- und Nachname und die E-Mail-Adresse preiszugeben.
Außerdem können die Kunden immer wieder neu angesprochen und weiter motiviert werden, indem man sie beispielsweise im Rahmen des Newsletters zusätzlich über den aktuellen Stand ihrer Erfahrungs-, Bonus- oder Treuepunkte informiert.
Obendrein sorgt Gamification für eine langfristige Kundenbindung, da die Kunden eine emotionale und positive Bindung zur Marke aufbauen. Vor allem durch die zu erwartenden Wiederholungskäufe kann so Geld und Mühe bei der Gewinnung neuer Kunden gespart werden.
Um beispielsweise Warenkorbabbrüche zu reduzieren, kann auch ein gewisses Gefühl der Dringlichkeit geschaffen werden, das Kunden dazu ermutigt, ihre Bestellung abzuschließen. Dies könnte zum Beispiel über ein Zeitlimit für bestimmte Angebote geschehen.
Wie kann Gamification im E-Commerce umgesetzt werden?
Um die Vorteile von Gamification für sich zu nutzen, können unzählige Arten von spieltypischen Elementen integriert werden. Beispielsweise könnte man Gutscheincodes oder Rabatte als Belohnung anbieten, insofern der Besucher eine ausgewählte Aktion durchgeführt. Die Aktion kann zum Beispiel die Teilnahme an einem Quiz, Suchspiel oder einem Glücksrad sein. Auch das Einbinden eines Adventskalenders, mit verschiedenen Preisen hinter jedem Türchen, ist ein beliebtes Gamification-Element.
Der Vorteil eines Quiz besteht darin, dass sich der Teilnehmer mit dem Unternehmen, der Marke oder den Produkten auseinandersetzt und nach jeder Frage immer direkt die korrekte Antwort erhält. Zusätzlich bietet es die Möglichkeit, dem Teilnehmer am Ende eine Belohnung zu geben oder die erreichte Punktzahl mitzuteilen. Ein anderes Ergebnis des Quiz kann sein, dass einem auf Grundlage der Antworten passende Produkte angezeigt werden.
Spiele, wie die Suche nach Ostereiern ("Easter Eggs“) auf dem gesamten Webauftritt oder ein Memory-Spiel mit drehbaren Kacheln, können ebenso zu einer höheren Verweildauer auf der Seite führen. Die wohl am häufigsten in Shops anzutreffende Aktion sind jedoch Glücksräder, die entweder in einem Popup oder auf einer Landingpage zu finden sind. Der Vorteil dieser liegt auf der Hand: sie garantieren nicht nur eine lange Verweildauer und die E-Mail-Adresse des Besuchers, sondern bieten dem potenziellen Kunden die Chance, sich einen Rabatt- oder Gutscheincode zu sichern.
Selbst ein mit einer Prozentzahl versehener, animierter Fortschrittsbalken während der Registrierung oder des Checkoutprozesses stellt bereits eine Art von Gamification dar, wenn auch in einer stark vereinfachten Form. Ein gelungenes Beispiel dafür, was der Kunde unternehmen muss, um das nächste "Etappenziel" zu erreichen, wäre beispielsweise die Anzeige einer Staffelung im Warenkorb, ab welchem Warenkorbwert weitere Prämienartikel verfügbar sind.
Wenn die Kaufabwicklung durch spielerische Elemente aufgewertet wird, reduziert sich dadurch meist auch die Abbruchrate.
Über Loyalitäts- und Treueprogramme wird den Kunden der Zugang zu Rabatten und Sonderangeboten ermöglicht. Diese schaffen den Anreiz, zur Seite zurückzukehren und erneut eine Bestellung aufzugeben.
Außerdem kann man über ein Bonuspunktesystem eine virtuelle Währung für den Kunden erschaffen, die er beispielsweise gegen einen Gutschein, Rabatt oder Bonusartikel eintauschen kann. Je mehr Möglichkeiten geboten werden, worüber der Kunde Punkte sammeln kann, umso mehr steigt auch seine Motivation. Neben dem automatischen Erhalt von Punkten für jede Bestellung könnten beispielsweise Punkte für das Erkunden neuer Produkte oder die Abgabe einer Produktbewertung verteilt werden. Oder Erfahrungspunkte, wenn eine festgelegte Anzahl an Punkten überschritten wurde. Auch das Anbieten von Belohnungsstufen oder eines Bronze-, Silber-, Gold- und Platin-Status können verkaufsfördernd wirken, insofern diese mit Gutscheinen oder Rabatten verbunden sind. Um den Sammeltrieb weiter anzufachen, könnte man Ranglisten und Highscores oder optische Reize in Form von Auszeichnungen (sogenannte “Badges”) anzeigen.
Welche Umsetzungsmöglichkeiten gibt es mit Shopware 6?
Im Bereich der Unterhaltung kann mit den Erlebniswelten in Verbindung mit einer Regel aus dem Rule Builder für jeden Kunden ein personalisierter Bereich ("Shopping Stream") erstellt werden. Für die Umsetzung wird die Sichtbarkeit des jeweiligen CMS-Blocks auf eine ausgewählte Kundennummer, einen "Tag" am Kunden oder auf eine Kundengruppe eingeschränkt. Da sich die Regel auch auf den Inhalt des Warenkorbs, die Anzahl an Bestellungen, die Tageszeit oder die Uhrzeit beziehen kann, sind viele Arten von Elementen möglich.
Darüber hinaus bietet Shopware mit Digital Sales Rooms die Möglichkeit an, Live Video Shopping auf der eigenen Seite zu integrieren.
Auch für Gamification gibt es im Shopware Store eine Vielzahl an Erweiterungen. Um beispielsweise ein Glücksrad zu integrieren, findet man unter dem gleichnamigen Suchbegriff einige Ergebnisse. Das gleiche gilt für das Einbinden eines Adventskalenders. Für ein Suchspiel, beispielsweise in Form eines sogenannten "Easter Eggs", wird man unter dem Suchbegriff "Easter Egg" fündig.
Sie möchten über ein Quiz oder einen Fragebogen die Vorlieben oder Wünsche Ihrer Besucher erfahren und Ihnen nach dem Ausfüllen passende Produktvorschläge anbieten? Der Suchbegriff “Geschenkefinder” liefert dazu einige Ergebnisse. Ein Memory-Spiel mit drehbaren Kacheln lässt sich dagegen nur über eine Individualentwicklung realisieren, da bei den passenden Erweiterungen im Shopware Store kein Spielprinzip integriert ist.
Für ein Bonuspunktesystem zur Förderung der Kundenbindung gibt es unter dem Suchbegriff "Bonus" einige Lösungen. Selbst die erwähnten Belohnungsstufen würden sich mit einer Erweiterung umsetzen lassen.
Die Anzeige einer Staffelung im Warenkorb und auf der Bestellabschlussseite, ab welchem Warenkorbwert weitere Prämienartikel verfügbar sind, lässt sich über eine der Erweiterungen unter dem Suchbegriff "Prämienartikel" mit wenig Aufwand integrieren.