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Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility und grüner Konsum mit Shopware 6

von: | 08.03.2026

Laut einer Statista-Umfrage aus dem Jahr 2021 gaben 11,88 Millionen Personen in Deutschland ab 14 Jahren an, dass sie der Aussage "Beim Kauf von Produkten ist es mir wichtig, dass das jeweilige Unternehmen sozial und ökologisch verantwortlich handelt" voll und ganz zustimmen. Das Thema Nachhaltigkeit hat also für die Kunden durch die steigende Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Umweltthemen einen höheren Stellenwert als jemals zuvor und wird dadurch zu einem entscheidenden Wettbewerbs- und Erfolgsfaktor. Welche Maßnahmen es für mehr Nachhaltigkeit gibt und wie man diese in Shopware 6 umsetzen kann, erfährt man in diesem Blogbeitrag.

Eine kurze Begriffserklärung

Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Hier galt er als Prinzip, nicht mehr Holz zu fällen als nachwachsen kann. Im Zusammenhang mit der Wirtschaft geht es um das Prinzip der Ressourcennutzung, also um die Art und Weise, wie die Ressourcen unseres Planeten bewusst und so schonend wie möglich genutzt werden können. Ziel ist es, die Bedürfnisse von Mensch, Tier und Umwelt dauerhaft zu erfüllen. Ressourcen sollten so genutzt werden, dass sie auch über längere Zeit bestehen und sich fortwährend regenerieren können.

Corporate Social Responsibility bezeichnet die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Einen wichtigen Orientierungspunkt für deren Ausgestaltung bildet das Leitbild der Nachhaltigkeit. Somit hat sie sowohl eine ökologische, eine ökonomische als auch eine soziale Bedeutung.

Grüner beziehungsweise nachhaltiger Konsum ist ein Verbraucherverhalten, das soziale und ökologische Aspekte beim Kauf und der Nutzung von Produkten und Dienstleistungen beachtet. Es bedeutet bewusster, anders und gegebenenfalls auch weniger einzukaufen.

Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit

Umweltfreundliche Versandoptionen anbieten

Ein wirkungsvoller Schritt für mehr Nachhaltigkeit ist es, CO2-neutrale Versandoptionen wie "DHL GoGreen", "GLS ThinkGreen", "DPD Total Zero" oder "UPS carbon neutral" anzubieten. Bei dem Namen der Versandoption sollte auf Begrifflichkeiten wie "Standardversand" oder ähnliches verzichtet und gleich die speziellen Bezeichnungen der Anbieter genutzt werden, um diese Besonderheit hervorzuheben. Falls auch die Expresslieferung angeboten wird, sollte man den Kunden darauf hinweisen, dass diese meist nicht ökologisch ist. Dadurch zeigt man ihm, dass auf dieses Thema Wert gelegt wird. Die Webseite https://utopia.de liefert einen guten Klima-Vergleich der fünf großen Paket-Dienstleister.

Lokal auf emissionsfreie Lieferwege setzen und persönliche Abholung anbieten

Regionalität und kurze Transportwege sind weitere Möglichkeiten für mehr Nachhaltigkeit im eigenen Shop. Eine transparente Kommunikation, welche Produkte in Deutschland oder Europa hergestellt werden, erleichtert dem Kunden die Kaufentscheidung. Darüber hinaus kann dem Kunden über zentral gelegene Lager- oder Verkaufsstätten, Click & Collect oder die Lieferung an Packstationen und Paketshops die Möglichkeit geboten werden, die Bestellung auch abzuholen, um Fahrtwege einzusparen.

Schonende Versandmaterialien nutzen und Abfallprodukte und Müll reduzieren 

Bei der Verpackung sollte auf die Verwendung von recyceltem Material geachtet werden. Auch Mehrwegverpackungen, also Verpackungen, die zusammengefaltet und wieder an den Shop zurückgesendet werden können, tragen zu mehr Nachhaltigkeit bei. Zudem kann durch verschiedene Verpackungsgrößen auf Füllmaterial verzichtet werden. Sowohl im Bereich des Füllmaterials (in Form von Verpackungsflocken aus Mais, Papierchips oder Bio-Luftpolsterfolie) aber auch beim Material zum Verschließen der Verpackung (in Form von Klebeband aus Grasfasern und Kartoffelstärke) gibt es nachhaltige Lösungen. Mit Hilfe von Click & Collect kann man sogar komplett auf eine Umverpackung verzichten. Außerdem sollten die Rechnungen, Begleitpapiere (wie Paketbeileger) und Retourenetiketten, wenn möglich, digital versendet werden. Auch das Zusammenfassen von Lieferungen und somit der Verzicht auf Teillieferungen ist ein Schritt zu mehr Nachhaltigkeit - was man den Kunden auch durch ein Häkchen für eine Sendungszusammenführung selbst entscheiden lassen kann.

Retourenquote verringern 

Jede Retoure führt zu unnötigen CO2-Emissionen. Die Reduzierung von Rücksendungen kann auf mehreren Wegen erreicht werden: beispielsweise mit Hilfe von besseren Produktbeschreibungen durch hochwertige Produktfotos und -videos, 360-Grad-Ansichten, Kundenbewertungen oder Erfahrungsberichten. Auch Produktvergleiche, Beratungsmöglichkeiten oder die Erhöhung der eigenen Produktqualität helfen Fehlkäufe zu vermeiden. Retouren müssen auch nicht per se kostenlos sein - es kann beispielsweise eine Retourengebühr verlangt oder die Versandkosten für die Rücksendung können an die Kundschaft weitergeben werden. Damit der Kunde davon aber nicht vor einer Bestellung abgeschreckt wird, kann man den Kunden auch erklären, dass die Mehrkosten beispielsweise an ein Klimaschutzprojekt oder ähnliches gespendet werden.

Ausreichende Kennzeichnung nachhaltiger Produkte und Produktlinien 

Nachhaltige Produkte sollten ausreichend gekennzeichnet werden, damit sie einfach zu finden sind und sich eindeutig von anderen Produkten unterscheiden. Eine eigene Kategorie, ein Badge auf dem Produktbild in den Produktlisten und auf der Produktdetailseite, eine Such- und Filterfunktion für nachhaltige Produkte oder die Ergänzung der Information im Titel und in der Beschreibung des Produkts sind einige Umsetzungsmöglichkeiten.

Vorbestellungen oder Wartelisten anbieten 

Um nicht auf Produkten sitzen zu bleiben und Liquiditätsengpässe zu vermeiden, kann man auch die Möglichkeit ins Auge fassen, die Produkte erst nach Bestelleingang fertigen zu lassen. Die Kunden bestellen die Produkte dann entweder über eine Vorbestellfunktion oder lassen sich auf eine Warteliste für das Produkt setzen, ähnlich der Benachrichtigungsfunktion per E-Mail, wenn Produkte wieder lieferbar sind. Meist sind die Kunden dann auch bereit, auf die Lieferung zu warten, wenn dies transparent kommuniziert wird, da es sich oft nicht um Produkte handelt, die dringend benötigt werden.

CO2-Ausgleich ermöglichen oder eigenen Klimabeitrag leisten 

Große Onlinehändler machen es bereits vor und ermöglichen ihren Kunden im Checkout einen freiwilligen CO2-Ausgleich. Die durch die Bestellung entstandenen CO2-Emissionen werden somit an anderer Stelle durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten oder ähnlichem ausgeglichen.

Nachhaltige Materialien und Sortimentsgestaltung 

Die eigene Wertschöpfungskette sollte möglichst nachhaltig gestaltet und transparent kommuniziert werden. Es lohnt sich, die Herkunft und die Materialen der eigenen Produkte und unter welchen Bedingungen diese gefertigt wurden, genauestens zu hinterfragen. Zertifizierungen wie das EU-EcolabelFairtrade oder der Global Organic Textile Standard (GOTS) tragen dazu einen großen Teil bei. Um das Kundenvertrauen weiter zu stärken, kann die Rückverfolgung auch über einen beigelegten QR-Code erfolgen.

Produkte ohne Zwischenhändler verkaufen 

Beim Direct-To-Customer-Ansatz (D2C) verkaufen Hersteller Ihre Produkte ohne Umweg über den klassischen Einzelhandel direkt an den Endverbraucher. Bei der Arbeit mit Künstlern oder Handwerkern aus anderen Ländern könnten diese beispielsweise Ihren Lohn damit direkt vom Onlineshop-Betreiber erhalten. Dies sorgt für ein faires Einkommen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Durch die direkte Ansprache des Kunden entsteht zudem eine starke Bindung.

Re-Commerce 

Sogenannte "Refurbished-Produkte" sind Waren, die vor dem Weiterverkauf unter einer strengen Qualitätssicherung generalüberholt und erneuert werden. Auch das Anbieten von Retouren als B-Ware und Reparaturleistungen fällt in den Bereich des Re-Commerce und kann ein wichtiger Teil der eigenen Vertriebsstrategie sein. 

Grünes Webhosting 

Solar-, Wasser- und Windenergie sind die Grundlage für grünes Webhosting. Die Leistungsfähigkeit des Shops bleibt davon aber unberührt. Die Webseite https://utopia.de liefert dazu eine gute Übersicht über die Anbieter von grünem Webhosting.

Wie kann ich die Maßnahmen in meinem Shopware 6 Shop umsetzen?

Unter dem Suchbegriff "DHL Versand" gibt es im Shopware Store eine Reihe von Erweiterungen, über die sich die Versandarten von DHL einbinden lassen. Auch für GLS ist dies unter dem Suchbegriff "GLS Versand" und für DPD unter dem Suchbegriff "DPD Versand" der Fall. Falls gewünscht, kann der Name der jeweiligen Versandart unter "Einstellungen", "Handel" und "Versand" über das Feld "Name" angepasst werden. Darüber hinaus kann man beim Feld "Beschreibung" auch eine Beschreibung der Versandart für das Frontend des Shops festlegen. Viele Shops nutzen auch den sogenannten "Conversion Headers", also einen Bereich für Informations- und Hinweistexte, welcher sich meist am oberen Bildschirmrand befindet, um dort einen Text wie "CO2 neutraler Versand mit DHL GoGreen" zu platzieren, um auf diese Besonderheit hinzuweisen. Das Anbieten von umweltfreundlichen Versandoptionen lässt sich mit Shopware 6 also recht einfach umsetzen.

Die Information bzgl. der Produktherkunft oder des Herstellungsortes der zweiten Maßnahme kann in Shopware 6 an mehreren Stellen hinterlegt werden:

  • durch die Zuweisung der zuvor unter "Kataloge" und "Eigenschaften" erstellten Eigenschaft und Eigenschaftsausprägung unterhalb des Menüpunktes "Kataloge" und "Produkte" im Tab "Spezifikationen" innerhalb des Bereichs “Eigenschaften” über die Schaltfläche "Eigenschaft konfigurieren"
  • innerhalb der Produktbeschreibung unter "Kataloge" und "Produkte" im Feld "Beschreibung" im Bereich "Allgemeine Informationen" des Tabs "Allgemein"
  • oder in einem neu anzulegenden Zusatzfeld unter dem Menüpunkt "Kataloge" und "Produkte" im Tab "Spezifikationen" innerhalb des Bereichs "Zusatzfelder", um eine präsentere Darstellung der Information beispielsweise in einem eigenen Tab im Frontend des Shops zu erreichen.

Um ein bestelltes Produkt in einer Filiale oder an einem anderen Standort abzuholen, gibt es für die in Maßnahme 2 und 3 erwähnte Click & Collect-Funktion im Shopware Store eine Vielzahl an Erweiterungen. Für den Versand an eine Packstation, einen Paketshop oder eine Postfiliale stellt beispielsweise DHL im Checkout eine entsprechende Möglichkeit zur Verfügung.

Außerdem sollten nicht nur für die Berechnung der möglichen Versandkosten die Felder "Breite", "Höhe", "Länge" und "Gewicht" innerhalb des Bereichs "Produktmaße" am Produkt unterhalb des Menüpunkts "Kataloge" und "Produkte" im Tab "Spezifikationen" befüllt sein, sondern auch, um auf Basis dieser Informationen die nötige Verpackungsgröße für die dritte Maßnahme ermitteln zu können.

Die in der vierten Maßnahme erwähnten ausführlicheren Produktbeschreibungen, vor allem mit Videos, Produktvergleichen und Beratungsmöglichkeiten, lassen sich auf der Produktdetailseite am besten über eine unter dem Menüpunkt "Inhalte" und "Erlebniswelten" zuvor erstellte Erlebniswelt integrieren. Sobald der Inhalt der Erlebniswelt fertig ist, kann sie dem Produkt unter "Kataloge" und "Produkte" im Tab "Layout" über die Schaltfläche "Layout ändern" zugeordnet werden. 

Kundenbewertungen sind bereits im Standard von Shopware 6 möglich, insofern unter "Einstellungen", "Handel" und "Produkte" der Schalter "Bewertungen anzeigen" aktiviert wurde.

Eine oft genutzte Möglichkeit zur Präsentation nachhaltiger Produkte und Produktlinien im eigenen Shop ist eine eigene Kategorie in der Hauptnavigation des Shops. Diese kann man in Shopware 6 unter "Kataloge" und "Kategorien" über das Kontextmenü und die Schaltflächen "Neue Kategorie davor", "Neue Kategorie danach" oder "Neue Subkategorie" erstellen. Welche Produkte bei der Kategorie angezeigt werden, kann entweder über das Produkt-Feld "Kategorie" im Bereich "Zuweisung" unterhalb von "Kataloge" und "Produkte" gesteuert werden oder über eine dynamische Produktgruppe aus dem Menüpunkt "Kataloge" und "Dynamische Produktgruppe", die beispielsweise alle Produkte mit der Nachhaltigkeit-Eigenschaft umfasst. Über einen "Produkt-Slider" (aus der Block-Kategorie "Commerce" einer Erlebniswelt) lassen sich die Produkte aber auch auf einer beliebigen Seite im Shop anzeigen. Bei gemischten Produktlisten wie der Suchergebnisseite oder auf der Produktdetailseite lohnt es sich, ein Badge auf dem Produktbild zu platzieren, das auf diesen Sachverhalt hinweist. Für einen Filter oberhalb der Produktlisten reicht es aus, bei der entsprechenden Eigenschaft den Schalter "Im Produktfilter von Produktlisten anzeigen" zu aktivieren. 

Um die Vorbestellfunktion aus Maßnahme 6 umzusetzen, gibt es mehrere Wege. Zum einen könnte man unter "Kataloge" und "Produkte" im Bereich "Auszeichnung" beim Feld "Erscheinungsdatum" ein Datum in der Zukunft auswählen. Anschließend erscheint oberhalb der "In den Warenkorb"-Schaltfläche der Hinweistext "Dieses Produkt erscheint am 08.03.2026" und das Produkt kann weiterhin bestellt werden. Ein andere Möglichkeit wäre, dass wenn der Lagerbestand eines Produktes auf 0 fällt, auf der Produktdetailseite ein Hinweis wie "Versandfertig in 5 Tagen, Lieferzeit 2-5 Tage" und im Warenkorb eine Lieferzeit ähnlich "Lieferzeitraum: 08.03.26 - 23.03.26" angezeigt wird. Um diese Variante umzusetzen, muss unter "Kataloge" und "Produkte" im Bereich "Lieferbarkeit" beim Feld "Lieferzeit" eine Lieferzeit ausgewählt (beispielsweise "2-5 Tage") und beim Feld "Wiederauffüllzeit in Tagen" ein Wert (beispielsweise "5") hinterlegt werden. Der Kunde kann auch in diesem Fall das Produkt weiterhin mit dem Hinweis auf die verlängerte Lieferzeit bestellen. Für eine Warteliste stehen unter dem Suchbegriff "Lager-Benachrichtigung" eine Vielzahl an Erweiterungen im Shopware Store zur Verfügung, über die sich die Kunden benachrichtigen lassen können, sobald ein Produkt wieder verfügbar ist.

Um den eigenen Kunden im Checkout die Möglichkeit anzubieten, einen freiwilligen CO2-Ausgleich zu leisten, kann für diesen Zweck beispielsweise die Erweiterung CO2 Kompensation aus dem Shopware Store  genutzt werden.